Hintergrund

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass das SARS-CoV2 Virus überwiegend durch Tröpfchen und Aerosole übertragen wird. Werden die Abstandsregeln eingehalten und tragen infizierte Personen einen Mund-Nase-Schutz („Maske“), so verbleibt überwiegend der Aerosol-Anteil als Übertragungsweg. Dieser Übertragungsweg ist vor allem in geschlossenen Räumen problematisch, da dort ein rascher Austausch der Aerosol-beladenen Luft schwierig ist. Deswegen ist bei Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen das Übertragungsrisiko wesentlich höher ist als im Freien. So lange noch nicht weite Teile der Bevölkerung gegen das Virus geimpft sind, bleiben nur zwei Optionen: Öffentliche Innenräume komplett meiden, oder die Aerosolkonzentration senken.

Eine CO2-Ampel vor Ort zeigt die aktuelle Luftqualität an; sie sagt Besucherinnen und Besuchern jedoch nicht, ob der Raum regelmäßig gelüftet wird. Nur der Verlauf über mehrere Tage zeigt, dass der Betreiber oder die Betreiberin sich nachhaltig um gute Luftqualität kümmert. Dazu braucht es vernetzte CO2-Sensoren sowie ein System, welches die Messdaten regelmäßig einsammelt und darstellt.

Übertragung von SARS-CoV-2 durch Aerosole

Einer der relevantesten Übertragungswege von SARS-CoV-2 ist laut Robert-Koch-Institut der Kontakt mit schon beim Atmen und Sprechen, insbesondere aber beim Schreien und beim Singen ausgeschiedenen Aerosolen.

Bei längerem Aufenthalt in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen kann sich die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Aerosole auch über eine größere Distanz als 1,5 m erhöhen, insbesondere dann, wenn eine infektiöse Person besonders viele kleine Partikel (Aerosole) ausstößt, sich längere Zeit in dem Raum aufhält und exponierte Personen besonders tief oder häufig einatmen.

CO2-Konzentration als Indikator des Infektionsrisikos

Die CO2-Konzentration gilt seit langem als guter Indikator für den Luftwechsel und die Luftqualität und somit im Kontext der SARS-CoV-2-Pandemie auch als Indikator für das Infektionsrisiko, vgl. Stellungnahme zu geeigneten Lüftungsmaßnahmen. Für Räume mit hoher Personenbelegung verweist die Kommission Innenraumlufthygiene deshalb auf CO2-Ampeln als groben Anhaltspunkt für gute Lüftung.

Die in solchen CO2-Ampeln typischerweise verwendeten Messwertschwellen (z. B. etwa 1000 ppm) können jedoch nicht die konkreten Rahmenbedingunen des jeweiligen Raumes berücksichtigen. Clair Berlin möchte deshalb zusätzliche Parameter wie die Raumgröße und die Personenkapazität berücksichtigen, um so aktuelle Modelle des tatsächlichen Infektionsrisikos (s. u.) berücksichtigen zu können.

Ziel ist es, auf diese Weise im Rahmen des Projektes eine Datengrundlage für konkretere Handlungsempfehlungen zu schaffen.

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